Do you really thinkThat love is gonna save the world?Well, I don't think soI just don't think so
15.08.2026
My Nineties Were Better Than Your Nineties - #146: The Cardigans - Gran Turismo (1998)
07.03.2026
My Nineties Were Better Than Your Nineties - #160: My Bloody Valentine - Loveless (1991)
"What is he doing?" (Billy Corgan)
"To do a version of "Loveless" entirely in the analog domain is a tricky thing, because back in 1991, when the record was mastered for CD, LP, and cassette, digital methods were used in its final editing and mastering stages. "Loveless" is defined by its sequencing and flow, and the brief transitions and interludes between tracks are part of what makes the album special. Those transitions were created at least in part using computers, so to re-create them using purely analog technology meant going back to the original tapes and reconstructing them by hand using tape splices.That was part of Shields’ task for the new vinyl reissue—to create an analog master that didn’t have a single digital stage. But it was only one part. From there, Shields had to find a disc-cutting apparatus that didn’t have a digital process, a rarity in the current landscape. Finding the right facility and making sure its sound was up to snuff turned out to be another expensive and time-consuming proposition."
21.11.2025
My Nineties Were Better Than Your Nineties - #172: Therapy? - Troublegum (1994)
Ach, was für ein Jahr!
Etwas "auf den Ohren" zu haben klingt zwar ein bisschen nach Boomer-Bernd, aber es war ziemlich wörtlich zu nehmen, wenn ich mir auf den täglichen Busfahrten ins Training meine neuen Lieblingsplatten mittels Walkman und den steinzeitlichen, weil auf den Ohren aufsitzenden Kopfhörern in die aurale Blutbahn feuerte. Der große Nachteil dieser Kopfhörer war, dass sie mit ihrem dünnen Klappergestell alles andere als fest auf den Ohren lagen - und weil Rebelli-Flori seine Musik immer zwei Handvoll Dezibel über der Schmerzgrenze hören wollte und der aus den 1980er Jahren stammende Walkman noch keine Lautstärkelimitierung eingebaut bekam, wurde also der ganze Scheißbus mitbeschallt. Aus heutiger Sicht eine völlige Zumutung, damals war ich aber davon überzeugt, es so genau richtig zu machen. Nun waren manche Platten entweder schon im Original etwas leiser gepegelt, oder die Schrottaufnahme auf der schon zigfach durchgenudelten Kassette glättete die lautesten Stellen, womit sich die irritierten bis bösartigen Blicke der Mitreisenden in Grenzen hielten. Aber dann kam "Troublegum".
"Troublegum" ist ungeheuerlich laut. "Troublegum" hat einen unerbittlichen Punch; die Snare alleine kann töten. Und "Troublegum" war folgerichtig dafür verantwortlich, zum ersten und einzigen Mal wegen der Lautstärke im Bus angeraunzt zu werden.
Das vierte Studioalbum der nordirischen Band ist nicht nur wegen seiner Produktion einzigartig. Streng genommen kam mir auch aus stilistischer Sicht bis heute keine vergleichbare Platte unter. Die Noiserock-Elemente der Vorgängeralben vermischen sich hier mit melodisch-abgedunkeltem Punk, abgründigem Postpunk und einem indifferenten Goth-Vibe mit Teenage Angst in den Texten. So erinnert der Refrain von "Hellbelly" ein kleines bisschen an den Type O Negative Hit "Black No.1", "Lunacy Booth" (mit Silver Fishs Lesley Rankine als Gastsängerin) gar an die legendären Warrior Soul und deren Spiel mit Harmonien zwischen dem führenden Bass und der flächenbildenden Gitarre. "Femtex" channelt in den Strophen Metallicas "One" und über praktisch jeder Note dieses Albums schwebt sowieso der Geist von Helmet:
"We went on tour with Helmet in America and we just loved the way they used the power of the riff to stop and start, with these staccato blasts." (Andy Cairns)
Wo hat man eine solchen Mix mit diesem Zug, diesem Drang vorher oder nachher nochmal gehört? Ich glaube es Ihnen, auch wenn nur Sie es wissen. Und apropos Helmet: deren Gründer/Sänger/Gitarrist Page Hamilton spendierte sogar ein Solo für den Song "Unbeliever", den Therapy? nach Abschluss der Aufnahmen unbedingt als erste Single auskoppeln wollten. Nach dem Veto der Plattenfirma ("Wir haben euch noch nie in irgendwas reingeredet, aber das ist eine wirklich schlechte Idee!") wurde es schlussendlich "Nowhere" - und damit zu einem ihrer größten Hits. Cairns: "I guess they were right."
Über dreißig Jahre nach der Veröffentlichung klingt "Troublegum" immer noch irrsinnig gut und dazu sogar überraschend zeitgemäß. Dass man hier auf keine vielschichtigen und komplexen Songstrukturen stoßen wird ist ebenso eine Wahrheit wie dass über die zigfachen Wiederholungen der Refrains mit ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit diskutiert werden müsste. Vielleicht fehlt damit auch ein bisschen...Gravitas?! Aber, und auch das gehört zur Einzigartigeit von "Troublegum": es ist und bleibt einfach eine fast schon unwirkliche Ansammlung von Hits. Nicht nur die im besten Fall üblichen zwei oder drei - nein, vierzehn! Vierzehn Hits!
Vierzehn spektakuläre, fantastische, fucking unkaputtbare Hits.
Vinyl und so: Die Erstpressung auf grünem Vinyl in gutem Zustand bekommt man für etwa 70 Euro. Die günstigere Variante ist die Wiederveröffentlichung von 2021 von Music On Vinyl auf schwarzem Vinyl, die es immer noch für um die 30 Euro gibt. Auf Discogs sind Kommentare zu lesen, die sich über den Sound ebenjener Version beschweren, aber die Leute sitzen wie so oft einfach alle auf ihren Ohren: Die 2021er Pressung klingt absolut fantastisch und sei meinen ehrenwerten Leserinnen und Lesern hiermit dringend empfohlen. Zum 30.Jubiläum wurde das Album 2024 außerdem noch mit zwei neuen Re-Releases bedacht: eine Standardversion auf Caramel-Vinyl und die Deluxeversion als Doppel-LP in den Farben Silber und Lavendel. Kein Gatefold und keine Linernotes, dafür aber (bereits veröffentlichte) Single B-Seiten und EP-Tracks auf der zweiten LP. Ich kenne diese Variante nicht, aber auch wenn sich das verantwortliche Presswerk GZ Media in den letzten Jahren hinsichtlich der Qualität ihrer Pressungen durchaus verbessert hat, mahne ich vor allem angesichts des hohen Preises (50+ Euro) zur Vorsicht.
Weiterhören: "Infernal Love" (1996), "Nurse" (1992)
Erschienen auf A&M, 1994.
13.09.2025
My Nineties Were Better Than Your Nineties - #181: Laika - Sounds Of The Satellites (1997)
03.05.2025
Sonst noch was, 2024?! (6): Nailah Hunter - Lovegaze
"Like taking acid and going to Rivendell."
09.02.2025
Best Of 2024 ° Platz 7: Thomas Dybdahl - Teenage Astronauts
26.12.2024
Best Of 2024 ° Platz 19: Cigarettes After Sex - X's
Eigentlich war ja nach dem 2017 erschienenen Debutalbum dieses Quartetts aus Texas alles gesagt. Die Infusion mit dem Betäubungsmittel/Viagra-Mix tropfte stoisch in die Blutbahn, alles war warm und feucht, ich hinterfragte nochmal schnell meine Heterosexualität und kaufte mir gleich drei oder dreißig Stangen Kippen. Wer konnte schon wissen, was der Abend noch bringt? Und: "Non-smokers die every day" (Bill Hicks).
Was mir hingegen völlig klar war: das Konzept mit diesem maximal vernebelten Morphin-Pop wird kaum länger als jene 46 Minuten vom Debut überleben. Das ist ein One-Trick-Pony, die werden noch eine Platte machen und dann wird's das gewesen sein.
Was auch immer in den letzten Jahren passiert ist und unter welchem Stein meine Wenigkeit sein Dasein fristete: sowohl die Band als auch der Rest der Welt hatten offenbar eine andere Sicht auf die Dinge. Die Band spielt mittlerweile ausverkaufte Headlinershows in den großen Arenen dieser Welt, und ich muss zugeben, mich von diesem Schock immer noch nicht erholt zu haben. Deswegen hier nochmal in aller Deutlichkeit: WHAT THE FUCKING FUCK?! Ernsthaft und aufgeräumt Über "X's" zu schreiben lohnt sich im Prinzip nicht, denn wer die beiden Vorgänger kennt, kennt damit ziemlich sicher "X's"; dagegen sind selbst AC/DC experimentelle Avantgardisten. Soviel unerträgliche Redundanz kommt mir eigentlich nicht ins Regal, noch weniger auf den Blog und schon gar nicht in die Jahresbestenliste. Nun steht "X's" im Regal, auf dem Blog und auf meiner Jahresbestenliste.
Mir hat es schlicht den Kopf verdreht. Verstörend betörend.
Erschienen auf Partisan Records, 2024.
06.07.2024
Sonst noch was, 2023?! - Beach Fossils - Bunny
27.04.2024
Best of 2023 ° Platz 4: Allen Epley - Everything
13.04.2024
Best of 2023 ° Platz 6: Hysterical Love Project - Lashes
30.03.2024
Best of 2023 ° Platz 8: Element Of Crime - Morgens Um Vier
Ich weiß auch nicht, wie das gehen sollIch bin schon viel zu lang' alleinMein Mut ist klein, mein Herz ist kaltDoch mit dir zu sein ist wundervoll
Die Magnolie wird blühnUnd der Rasen wird grünUnd der Flieder die Bienen verzaubernUnd die Vögel singen im Vogelbeerbaum ihre LiederUnd dann kommst du wiederUnd gehst nie wieder fortVon hier
Wer braucht alte Sofas, wenn du nicht draufsitztWer braucht schöne Lieder, wenn du sie nicht singstEin Lächeln von dir war schon immer Gottes größtes WunderUnd den Himmel versprach schon immer die Liebe, die du bringstJetzt bin ich ganz allein und sehne mich nach dirEs ist wieder Sonntag und du fehlst mir so sehr
09.03.2024
Best of 2023 ° Platz 11: Jason Collett - Head Full Of Wonder
"Zwischen sprödem Folk und Americana, erfreulich beschwingtem Singer/Songwriter Einfluss und kanadischem Pop pendeln seine Lieder, die Autofahrten auf kerzengeraden Straßen durch die weite, unberührte Natur vertonen. Sonnenuntergang, glühend-roter Horizont. Ein versunkenes Lächeln auf dem Gesicht. Fast schwerelos gleiten "We All Lose One Another" oder "I'll Bring The Sun" durch unsere Körper. Was gäbe man dafür, diese Sternstunden mal im nationalen Dudelfunk zu hören? Zwischen all dem Plastik, all dem Müll, der uns immer noch als der heiße Scheiß "aus den Achtzigern, den Neunzigern und dem größten Rotz von Heute" verkauft wird. Passen würde das ja, so oder so. Warum nicht mal ausnahmsweise einen guten Sommerhit für das Jahr 2006?"
"In absorbing the tumult of the times, there's a lot of shit to write through, and the challenge is to get to the other side with something positive to contribute. I let go of some swagger and embraced intimacy and joy and wonder. I hear this in the record and it makes me very happy to have made it.” (Jason Collett)












