The Sea And Cake - Car Alarm
Es muss Sommer werden, ganz dringend. Meinetwegen tut's auch erstmal der Frühling, aber bitte: dieser Scheißwinter soll sich bitte mal ver....abschieden. Ich muss endlich wieder auf meinem Mikrobalkon sitzen/liegen/stehen/frühstücken/herumnachten und mir dabei zur wärmenden Sonne und zur lauen Sommernacht die schönste Musik um die Ohren wehen lassen, die es für solche Momente zu geben scheint.
Ich hörte mich in den letzten Tagen durch so manches früheres The Sea And Cake-Album und musste in der näheren Auseinandersetzung das ein oder andere zu schroffe Urteil meinerseits revidieren, beispielsweise zur mittlerweile genügend rehabilitierten "One Bedroom" aus dem Jahre 2003, die selbst das graueste Grau eines Montags im März in ein perfektes Kaffeekränzchen an einem Sonntagnachmittag im August verwandeln konnte. Auch in anderer Hinsicht war es gut, sich nochmal eingehender mit der Band zu befassen; die Beobachtung der Weiterentwicklung des Bandsounds und der Arrangements über all die Jahre geriet recht eindrucksvoll und half dabei, das aktuelle, nunmehr achte Studioalbum der Band, entsprechend ein zu sortieren. Und man tut gut daran, "Car Alarm" zunächst etwas losgelöst vom sonstigen Oevre zu betrachten. Wenn Sänger/Gitarrist Sam Prekop schon über den letzten Geniestreich "Everybody" sagte "It's a rock album", dann ist "Car Alarm" zumindest streckenweise mindestens Hardcore. Enorm flüssiger The Sea And Cake-Hardcore, der einem zu Beginn fast unbemerkt durch die Finger rieselt.
Nach Beendigung der letzten Tournee begab sich die Band umgehend an die Arbeiten zu "Car Alarm", und das aus gutem Grund: der Schwung aus den vergangenen Monaten auf der Bühne und die damit bestens geölte Bandmaschinerie sollten unbedingt auf dem folgenden Album im Vordergrund stehen. Man experimentierte mit dieser Kraft und diesem Fluss und hatte in nur drei Monaten ein komplettes Album im Kasten, und der Einfluss dieser Arbeitsweise ist deutlich zu hören. Wenn ich schon über den Vorgänger schrieb, dass "ihr Anspruch, in dem zugegebenermaßen begrenzten stilistischen Rahmen um die Fixpunkte Jazz, Indie und Pop, immer wieder die besten Songs aufzunehmen, die sie zur Zeit in der Lage sind zu schreiben, hier seine Vollendung findet", dann müsste ich mich nicht sonderlich schämen, purzelten mir ein Jahr später diese Worte nochmals aus dem Handgelenk. Auch wenn es diesmal etwas länger als gewohnt dauerte.
"Car Alarm" benötigte tatsächlich mehr Eingewöhnungszeit. Es gab gar Momente, in denen ich Songs wie dem furios lospreschenden Titeltrack ziemlich ratlos gegenüberstand. Oder das synthiepiepsige "Weekend", das mit seiner aufgedrehten Jungbrunnen-Art so gar nicht in den Kontext passen wollte. Erst nach einigen Wochen (und mehrfachen Kopfhörer-Sessions) wuchs "Car Alarm" nicht nur zusammen, sondern auch über sich hinaus: diese Gitarren! Diese unglaublich schönen Gitarren! Dieses Flirren! Dieses traumhaft sichere und souveräne Umschalten in andere Songdimensionen! Diese perlenden Melodietupfer von Archer Prewitt! Und vor allem: dieser Sound! Wie geil kann man klingen? Und wie geil kann man eigentlich zusammen spielen? Das Rhythmus-Duo mit Drummer John McEntire und Bassist Eric Claridge groovt, jazzt und filigranisiert sich durch luftige, federleichte Songnetze, die Gitarren von Prekop und Prewitt setzen darauf in Milimeterarbeit Melodien und Akkorde, die Prekop mit gewohnt leise hauchender Stimme gefühlvoll links oben unter die Latte nagelt.
Es passt: alles. Und wer den immer wiederkehrenden Spruch, dass das gerade aktuelle The Sea And Cake-Album auch automatisch ihr bis dato bestes Werk sei nicht mehr hören kann/will, der höre stattdessen bitteschön "On A Letter", "New Schools" (inklusive Gitarrensolo!), "Window Sills" und "Pages" (!!!!!!!!). Danach dürften sich diesbezügliche Zweifel in Luft aufgelöst haben.
28.03.2009
Platz 1
23.03.2009
Platz 2
Bill Dixon With Exploding Star Orchestra
Take your time, there is no time
Power and beauty
You only have to open your life
And listen.
The tension and tightness of now
He put horn to lips
Played the most sublime
Powerful sound.
The church was going to crack
Open and a million white birds
Fly from his chest, leaving traces
Gold and silver in the light-blasted sky.
Eternity, in fact
One minute of sound
Sound had penetrated the granite pillars
For all of eternity.
Ein majestätischer Orkan, ein alles entwurzelndes Monster mit Stimmen so stark, dass sie den Boden unter den Füßen wegziehen. Sie rumpelt und rempelt; eine Urgewalt, die sich rücksichtlos wie eine Gerölllawine ihren Weg bahnt. Ein unterirdisches Brodeln, feuerspuckende Lava-Zungen, Ascheregen.
Und wenn der tosende Sturm vorüber scheint, sei auf der Hut. Bill Dixon holt sicher nur mal eben kurz Luft...For all of eternity.
17.03.2009
Platz 3
Move D & Benjamin Brunn - Songs For The Beehive
Nichts schwebte schöner im abgelaufenen Jahr. Nichts pumpte soviel Frohsinn und Mystik, nichts anderes solch geil-grelle Farben und Strukturen in die Welt. Ich habe keine Ahnung, was es ist, but it's fuckin' beautiful.
Techno, House, Ambient, Glitches, Clicks, Pop. Alles auf einem Haufen. Alles deep wie Hulle, vor Ergriffenheit schwer atmend, sich die schönsten Melodien aus den Rippen schnitzend, ist "Songs For The Beehive" das schönste Electronica-Album des Jahres. Alleine für den überlangen Abschlusstrack "Radar" könnte ich vor Freude in ein Gewässer Deiner Wahl pullern: kommt niemals nicht aus den Puschen, wabert wie einst der Trockeneisnebel um die dürren Storchenbeinchen von Nena (Musikladen 1983), wie von den Russenchinesenamieskimos abgefeuert und Richtung Uranus paddelnd, frei im Raum, entrückt, verrückt und ständig auf der Suche.
Dann! Das Signal ist da. Gefunden, entdeckt, bezaubernd entzaubert.
13.03.2009
Platz 4
Sonargemeinschaft & Fred Frith - Drift
Meine Meinung zu "Drift" hat sich seit dem September des vergangenen Jahres nicht grundlegend geändert; eher fielen mir im Rückblick und bei der neuerlichen Auseinandersetzung mit den 70 Minuten improvisierter Musik einige neue Blickwinkel und Betrachtungen auf, die bislang (fast) verborgen blieben.
Ich glaube, ich bin tatsächlich zu einem Fan von Dirk Raulfs Saxofon geworden. Er sorgt mit seiner Präsenz jederzeit für eine erstaunliche Opulenz einer eigentlich dürren Ausgangslage: gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Frank Schulte und dem britischen Gitarristen tastet er sich durch eine karge Landschaft mit kühlen Nebelschwaden und kräftezehrenden Treibsand. Egal wie leise Raulf auch spielen mag: wenn sein Ton erklingt, bekommen die Bilder einen Rahmen.
Schultes Spiel mit Field Recordings und schleifenden Sounds, einer teils furchteinflößenden Klangcollage aus einem Nachtspaziergang am verlassenen Weiher, bietet jederzeit den passenden Boden für zunächst Raulfs aus brüllenden Wildtieren und kristallklaren, schwebenden Eiszapfen bestehenden Eskapaden, sowie später für die freie und brodelnde Gitarre eines Fred Frith. Als jener für das zweite Stück "All Aboard" zu dem Duo dazustößt, benötigt die Truppe spürbar einige Momente, bis sie sich gefunden haben, nur um nach wenigen Minuten ihren Spielplatz nicht nur in Beschlag genommen, sondern ihn schon in leuchtenden Farben angemalt und damit verschönert haben.
Ein sehr buntes und spannendes Album, das sich bei jedem Hören an so mancher Stelle neu entfaltet, ja: neu erfindet.
02.03.2009
Platz 5

Warrior Soul - Chinese Democracy
Lange Blogeinträge interessieren kein Schwein. Okay, kurze auch nicht, aber sie sind unauffälliger.
Ich bin bekennender Reunion-Dooffinder. Das behauptet zwar auch jeder zweite Bloghonk, aber ich meine es ernst. Und ich bin natürlich der einzige, der es ernst meint. Weltweit. Dabei ist es mir egal, welche Band "es nochmal wissen" will, oder welche Kapelle von versoffenen Journalisten mit "Endlich mal eine Reunion, die Sinn macht!" geadelt (also beleidigt) wird. In glatten 10 von 10 Fällen handelt es sich bei dem Ergebnis der Bemühungen um unfassbaren Schrott. Man möge mir meine Direktheit verzeihen. Und bevor der erste Zwischenrufer sich ein Herz fasst: nein, es gibt keine Ausnahmen. "Stop your internal dialogue, you're wrong, get over it!" (B.Hicks). Im Vorfeld getätigte diesbezügliche Äußerungen auf diesem Blog verlieren damit übrigens ab sofort ihre Gültigkeit.
Wenn nun also ein kleiner Hutzelzwerg namens Kory Clarke meint, er müsse unbedingt die in meinen Augen vielleicht größte Rockband aller Zeiten mit einer Handvoll schwedischer, schottischer oder mecklenburg-vorpommerscher Volln00bs reaktivieren, nachdem er seine Stimme nachweislich zwischen Tennessee, Bogotá und Marlboro-Country an einen rostigen Nagel gehängt hat, wenn also dieser uffgestummte Gaddezwersch wirklich der Meinung ist, die eh schon schwer gebeutelte Mutter Erde muss 12 Jahre nach der Auflösung des klassischen Line-Ups mit Johnny Ricco, Pete McClanahan und Mark Evans ein weiteres Warrior Soul-Studioalbum aushalten können, einer, der sich neben all dem Suff seinen Punkspirit (bitte was?! - Anm.d.Redaktion), seine Rebellion, seine Aufrichtigkeit bewahrt hat, und dem es allein schon aus diesem Grund doch unmöglich sein dürfte, dieses, pardon, Scheißprogramm tatsächlich und unter diesen Umständen (s.o.) durch zu ziehen, anstatt es halt auch mal einsehen zu können, dass einerseits alles eben ein Ende hat, und es andererseits und sowieso doch total schnafte ist, ein Vermächtnis in Form eines Backkatalogs im stillen Kämmerlein zu lagern, das nicht einen, aber auch nicht mal einen halben oder dreiviertlen schwachen Song beziehungsweise Ton ausweist, und der all dies schöne Lauschgold mit einer vermeintlichen und gemäß meiner obigen Ausführungen hundertprozentig vollends durchgeknallt-beknackten, lustlos hingestümperten und vor allem -geröchelten, sowie darüber hinaus quadratbekloppten Mistplatte mit einem Schlag zunichte machen will, dann sage ich ein klares und deutliches: scheißrein, warum eigentlich nicht?
Auf einer Skala von 0 bis 10 lagen meine persönlichen Erwartungen an ein neues Warrior Soul-Album folgerichtig bei einer eiskalten und letztlich optimistischen -7 mit sechs anhängenden Nullen. Wer noch ganz bei Trost war, machte sich spätestens nach dem 2007er Livealbum "Live In London" in atemberaubender Geschwindigkeit aus dem Staub. Und ich war glücklicherweise noch ganz doll bei Trost, sodass ich die Ankündigung von "Chinese Democracy" zwar ob des Titels kichernd, aber insgesamt mit noch weniger als einem Achselzucken kommentieren konnte. Zugegeben, der Absatz klingt ganz schwer nach "Mimimimi!", aber ich muss das so schreiben. Nicht aus einem popkulturellen Zwang heraus, ich meine das ernst. Warrior Soul sind und waren die größten für mich. Aber noch vor fünf Monaten hätte ich mir lieber die Ohren mit Flüssigbeton ausgegossen, als hiervon auch nur einen Ton zu hören.
Ab jetzt kann ich es jedoch "kurz" im Sinne von "nicht-ganz-so-lang" machen: ich muss Abbitte leisten. Ich habe mich geirrt. Ich könnte den Social Distortion-Altenheim-Schunkler "I Was Wrong" auflegen und mich dazu nackich ans Kreuz nageln lassen. Ich habe es nicht für möglich gehalten und bekam dafür eine halbstündige Tracht Prügel. "Chinese Democracy" ist die Wutz in Dosen. Dem Warrior Soul Klassiker-Oevre wurden mit links sieben Songs plus eine Coverversion des Stooges-Hits "Knocking 'Em Down (In The City)" hinzugefügt, und ich kann beruhigt durchatmen, denn es bleibt dabei: Warrior Soul haben in ihrer Karriere noch niemals einen schlechten Song aufgenommen, egal mit welchem Line-Up. Die größte und gleichermaßen schönste Überraschung neben den energiegeladenen, arschfrischen und sautighten Punk'n'Rollern und der Tatsache, dass Clarke tatsächlich noch eine erkennbare Stimme besitzt und sie sogar wie in goldenen Zeiten einsetzen kann ("Don't Believe") ist sicherlich das deutliche Lebenszeichen der alten Warrior Soul-Vibes. Es fällt schwer, sie umgehend mit einem Fingerzeig zu dechiffrieren, aber sie sind spürbar, das Feeling ist wahrnehmbar; sei es in der Auferstehung des typisch-hypnotischen, Soul'schen Gitarrenriffs ("The Fourth Reich", "Don't Believe") oder in Clarkes weiterhin zynischen und humorvollen Texten und seinen klassischen Vocallines.
Es freut mich wirklich sehr...ach was, ich springe hier im Dreieck, verdammt!,...dass Clarke es geschafft hat, dem eigentlich insolventen Laden nochmal derart beeindruckend Leben ein zu hauchen. Er wusste offensichtlich, dass die Fußstapfen verflucht groß sind, und dass einige Anstrengungen vonnöten sein werden, um den einst großen Namen nicht vollends zu ruinieren. Es ist ihm geglückt. Mehr als das, sogar: "Chinese Democracy" ist die beste Rockplatte des Jahres 2008.
24.02.2009
Platz 6
Kris Davis - Rye Eclipse
Sie winden sich, und sie schlagen sich, sie lachen, und sie küssen sich, sie vergraben sich, und sie brechen wieder aus.
Sie kämpfen. Um jeden Ton.
Ein schier endloses Auf und Ab. Die harten, perkussiven Hammerschläge auf das Klavier wirken wie vom Irrsinn getrieben. Repetitiv schlängelt sich Davis' Piano durch ein manchmal gar undurchdringbares Geäst, einem Wirrwarr von Sounds, die ihre Musiker Tony Malaby am Saxofon, Bassist Eivind Opsvik und Drummer Jeff Davis wie entfesselt aus ihren Instrumenten locken. Es brodelt, es ist unheimlich, es schleicht und springt wie der Tasmanische Teufel. Dann kommen sie zur Ruhe, ohne dabei ihre Rastlosigkeit ab zu legen.
Die unkonventionellen Kompositionen der jungen kanadischen Pianistin Kris Davis wirken wie künftige Monumente. In den gewalt(tät)igen Augenblicken wie vom Erdboden aufgerissener Asphalt, wie Beton und Stahl, der sich aus dem Untergrund streng blitzend in die Höhe schraubt, und wie ein angeschossenes Raubtier, wenn die Stille kommt. Malabys Anblasen fliegt wie ein verirrter Schleier in die Nacht. Sein Solospiel ist expressiv und aufwühlend, seine melodischen Improvisationen wie in "Prairie Eyes" anmutig. Davis' Pianofiguren dominieren weite Teile von "Rye Eclipse", ordnen sich aber nach der werweißwievielten Drehung unter Hypnose in den Klangdunst ein.
"Sie kämpfen. Um jeden Ton." Und sie tun es tatsächlich. Keine martialische Schlacht im Sinne einer Anstrengung, die vonnöten wäre, um den korrekten Ton zu finden. Viel mehr ist es das Streben, im allumfassenden Kontext von "Rye Eclipse" zu bleiben. Das Gespür, den Fokus nicht nur auf das eigene Instrument, die Mitmusiker und den exakten, gegenwärtigen Moment zu lenken, sondern instinktiv zu spüren, was diese Musik wirklich benötigt. Im Klang. Im Ursprung. In der Wirkung. Dieses große, letzte Verständnis wird von diesen vier Musikern geradewegs atemberaubend gelebt: sophisticated, urban und himmlisch frei.
31.01.2009
Platz 7
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30.01.2009
Platz 8

Matana Roberts - The Chicago Project
Charme. Charisma. Tiefe. Soul. Matana Roberts' drittes Soloalbum ist ihrer Heimatstadt gewidmet, der "root inspiration for this record".
Es ist eine einzige geerdete, melancholische Stimme, die sich aus vielen Stimmen zusammen setzt: Roberts am Altsaxofon, Jeff Parker an der Gitarre, Josh Abrams am Bass und Drummer Frank Rosaly. In den wunderbaren Saxofon-Improvisationen "Birdhouse 1", "Birdhouse 2" und "Birdhouse 3" kommt als Counterpart Fred Anderson am Tenor hinzu. Egal, wer gerade am Geschehen teilnimmt: es ist Roberts' integrierendes Talent, das die Stimmen bündelt. Ihr Ton ist warm und klar, ihre Kompositionen erinnern bisweilen gar an die spirituelle Königsklasse eines John Coltrane ("South By West"). Die variantenreichen Stücke sind dabei in ihrer Wirkung ein nahezu perfekter Brückenschlag aus Tradition und Moderne, aus den wärmenden Umarmungen der großen, alten Meister und der Distanz, des Designs der windigen Großstadt. Die Band wird dafür zum großen Farbkasten des Jazz geführt und erhält genau die Inspirationen, die sie für das Jetzt brauchen. Der Grundton schimmert allgegenwärtig durch die vielen Pinselstriche, es ist der Blues und der Soul. Ein abstrakter Free Jazz setzt sich auch immer wieder durch, gewinnt aber nie die Oberhand. Vor allem, wenn Parkers Gitarrenspiel einsetzt, balancieren die Stücke immer am Rand des Abdriftens in freie Gefilde, bevor sie vom eingewurzelten Ton der Bandleaderin wieder eingefangen werden.
Hervor zu heben ist auch unbedingt die sensationelle Produktion (aufgenommen von John McEntire in - na klar - Chicago, gemixt von Scotty Hard und Vijay Iyer in Roberts' Arbeitsstätte in New York) des Albums. Sie unterstützt die Musiker bei ihrer Stimmfindung, obgleich sie alles andere als 'perfekt' oder gar 'modern' ist. Insgesamt erscheint das Klangbild gar zart dumpf, ist aber in der Lage, jedes einzelne Instrument glasklar auf die Leinwand zu bringen.
"The Chicago Project" ist dank seines unaufgeregten und gleichzeitig mitreißenden Charmes eines der unwiderstehlichsten und verführerischsten Jazzalben des abgelaufenen Jahres.
27.01.2009
Platz 9

Jud - Sufferboy
2009 war sicherlich nicht das Jahr der Rockmusik, wenigstens nicht in meiner Wahrnehmung. Entweder gab ich mich den bekannten Gassenhauern aus meiner Jugend hin, oder ich fand am Wegesrand das ein oder andere hübsche Gerocke und Gerolle, wenn auch meistens eher durch blanken Zufall. JUD zählen im Grunde zu der ersten Kategorie. Dass meine übergroße Skepsis gegenüber Reunions im Allgemeinen und der JUD-Reunion im Speziellen dazu führte, dass ich "Sufferboy" zunächst mal gar nicht hören wollte, funkt darüber hinaus ein paar wenige Signale an das Modell "Zufall". An anderer Stelle dieses Blogs durfte ich aber bereits mit wehenden Fahnen Entwarnung geben: "Sufferboy" ist eine überraschend starke Scheibe geworden.
Vier Monate nach dieser Einschätzung hat das Comeback-Album keinen Funken Ausstrahlung verloren, das Gegenteil ist der Fall. So sind mittlerweile nicht mehr nur die offensichtlicheren Hits wie "Bright White Light" oder das unglaubliche "Drained" die tragenden Säulen, viel mehr haben sich die teils extrem heftigen Doom-Kathedralen im hinteren Drittel der Platte zu echten Juwelen gemausert. Nach dem Quartett "What Are You Made For", "Asylum", "That's Life" und dem tonnenschwermütigen Blues-Doomer "Chasing The Pain Away" ist der Kiefer praktisch erstmal ausgerenkt. Denn auch wenn JUD noch nie leicht-beschwingte Kost spielten, überrascht es, dass der "Sufferboy"-Punch derart heavy und geradewegs zerstörerisch ausfällt.
Die Nachlese zeigt darüber hinaus, dass es nur diesen Weg für die Band geben konnte. Im Ergebnis klingen Clemmons, Schmitt und Hampicke nicht nur erfreulich frisch, zeitgemäß und einfach knüppelhart. Das vermutlich größte Kompliment, das man der Band mit ihrer Musik machen kann ist außerdem, dass sie völlig einzigartig klingt. Vor zehn Jahren, als JUD mit anderem Line-Up die beiden Klassiker "Chasing California" und "Perfect Life" veröffentlichten, war dieser Eindruck möglicherweise noch nicht so präsent. Heute jedoch, mit etwas Abstand zum Frühwerk und zum aktuellen Album, kann man im Hinblick auf das weitere Fortbestehen der Band nur hoffen, dass die Originalität Ihnen in Zeiten von gesichts- und niveaulosen Copycats und Styleopfern nicht erneut zum Verhängnis wird.
Lang lebe das Riff.
26.01.2009
Platz 10

Madteo - Memoria
Mit einem wahrhaft obskuren Schätzchen steigen wir in die Top-Ten des vergangenen Jahres ein: Madteos "Memoria" hat sich diesen Platz an der Sonne redlich verdient.
Der zweite Release von Matteo Ruzzon beeindruckt dabei in erster Linie durch die völlig eigenständige und schlicht abgedrehte Anlage seines Sounds. Madteo bleibt über die ganze Spieldauer geradezu schmerzhaft unkonkret. Wer mit dem Finger in eine Richtung zeigen will, kann nur in eine dunkle Nebelwolke deuten und wird dabei lieb narkotisiert spüren, dass die Wände näher kommen. Dann beginnt der Spaß erst so richtig: wie Madteo mit den Ängsten des Hörers spielt, macht erst im zweiten Schritt Laune. Zunächst einmal kann "Memoria" nämlich recht furchteinflößend klingen. Die dunklen, dumpfen, skurril-ziellosen Beats hämmern mit einer autistischen Wucht direkt ins Angstzentrum, Abteilung Klaustrophobie. Dazu hagelt es unheilverkündende Klicks und Kratzer. Melodien, zu denen das feierwütige Volk tanzen kann? Allerhöchstens auf schweren Drogen zu entdecken. Ein mitreißender Happysound, der die Sonne aufgehen lässt? Hier geht alles unter. Techno? House? Viel zu simpel. "Avenidia Liberdade"? Wahnsinnige, irrwitzige, kranke, Avantgarde-Electronica für Menschen, die sich vor dem Einschlafen gerne ein Tässchen Wick VapoRup mit frischem Stechapfeltee aufbrühen.
Clubmusik, Noise, Disco und Jazz aus den unterirdischen Höhlen von Romulus. Fremd und einzigartig.
21.01.2009
Platz 11
M.B. +E.D.A. - Regolelettroniche
In neun von zehn Fällen sind Blindkäufe, die ich aufgrund der Geräuschmusik-Kolumne von Freund Kai tätige, schlicht ein großes und spannendes Lauschglück. Es fällt mir daher leicht, immer wieder ganz entspannt die auf den ersten Blick interessantesten Titel heraus zu picken. Im Falle von "Regolelettroniche", der Kollaboration des italienischen Avantgardisten Maurizio Bianchi mit der früheren Sängerin & Gitarristin von Joyce Whore Not, Emanuela De Angelis, lohnte sich fast schon traditionsgemäß das in seine Tipps gesetzte Vertrauen: bereits nach dem ersten Durchlauf war ich kneedeep in love.
Die Kenntniss über Bianchis bewegte Biografie (inklusive einer gänzlich unbeweglichen, weil schlicht stummen Phase von 1984 bis 1998) mag dabei helfen, eine vollständige Sicht auf dieses Album zu erhalten. Bianchi veröffentlichte zu Beginn der achtziger Jahre zum einen unzählige Tapes, zum anderen aber, mit Unterstützung von Whitehouse-Gründer William Bennett und dessen Come-Org-Label auch LPs mit solch malerischen Titeln wie "Symphony For A Genocide" und geriet durch die teils sehr kleinen Auflagen seiner Werke über die Jahre zum Kult in der Industrial-Szene. 1984 schloss er sich von Depressionen geplagt den Zeugen Jehovas an und seine Musik aus. Erst 1998 erschien er wieder auf der Bildfläche und veröffentlicht seine Musik seitdem mit einem beeindruckenden Tempo.
Auf "Regolelettroniche" wird man von Wellen und Vibrationen erfasst. Bianchi und De Angelis errichten mit schier niemals enden wollenden Drones und Layers eine nervöse Wall Of Sound, die trotz der vergleichsweisen stillen, fließenden Komponenten nicht so recht beruhigen will. Minimale Verschiebungen der Metrik und des Klangs reißen Mikrofrakturen auf und lassen immer wieder neue Melodiefetzen an die Oberfläche schnappen. Die darin zu beschreitenden Wege sind so diffus und verzerrt, dass es erst nach einiger Zeit gelingen mag, sich allein auf die Möglichkeiten ein zu lassen, die diese monotone und mystische Arbeit bietet. Vor allem die langgezogenen Ausläufer der vier Tracks öffnen den Blick auf den entfachten Strudel aus Melodien, Motiven und Labyrinten. Und es macht einfach einen Riesenspaß, auf die große Entdeckungsreise zu gehen.
Außerdem und nicht zu unterschätzen: "Regolelettroniche" hat das schönste Artwork dieses Jahres geschenkt bekommen.
19.01.2009
Platz 12

Sten - The Essence
Und dann sprang der Lautstärkeregler von ganz alleine auf das Maximum. Ich habe ihn überhaupt nicht angerührt. Ehrlich nicht. Ich liege eingemümmelt auf, wo nicht in meiner Wohnlandschaft herum und starre in die große Breisuppe aus öligem Rot. Mit den dicksten Kissen werde ich Eins, es ist, wasweißich, um die vier Uhr am Morgen und draußen schneit es.
Ich habe das Gefühl, "The Essence" wird automatisch mit jedem Track lauter.
Detroit und Chicago, darum geht es. Techno und House, eingekocht auf das, was im wahrsten Sinne des Wortes bewegt. Der Titel von Stens zweitem Album wurde schließlich nicht umsonst gewählt. Das straighte Treiben des Hamburgers "amorphelt" (G.Polt) mit köchelnden Beats und einem dunklen Schleier zarter Melancholie in die Nacht. Mal funktionale, mal raumgreifende Melodien weben sich in ultradeepe Tracks und spüren mit irren Lichtblitzen in sich verschlungene Leiber auf.
Zu all dem wunderbaren Wahnsinn, in dem es sich so vortrefflich versinken lässt, ist der Abschlusstrack "Way To The Stars" dann die tatsächliche Krönung: die Nacht ist vorbei. Das Licht darf zurück in unser Leben schwappen und den Körper heilen. Schon wieder eine Schlacht geschlagen. Eine sanfte Schlacht.
16.01.2009
Platz 13
Flying Lotus - Los Angeles
Möglicherweise wird die Obskurität von Musik ein gutes Stück neutralisiert, wenn sie eine Saison als der heiße Scheiß gilt, und wenn die Entdeckung desselben nicht mehr nur hinsichtlich des Obskuritätengrades mindestens ebenbürtigen Giganerds vorbehalten bleibt. Steve Ellisons Flying Lotus fliegt nicht nur auf WARP, er flatterte im Jahr 2008 geradewegs in die offenen Arme einer gierigen Szene (Vorschläge um welche Szene es sich tatsächlich handelte bitte an die bekannte Adresse), die vermutlich immer noch nicht mal den blassen Hauch eines Schimmers hätte, was hier wirklich passiert, wenn das nicht alles im großen Jubelgeschrei glattpoliert worden wäre.
Wer genau hinhört, wird nach kurzer Zeit tatsächlich nicht mehr so genau wissen, wo ihm der Kopf steht. Zwar gelingt es hier und da einzelne Inspirationen heraus zu ziehen. Aber selbst das ist höllisch schwer: "Los Angeles" ist eine gigantische Brutstätte von Sounds, Layern, Beeps, Rauschen, Melodien und Stimmungen. Wer die dechiffrieren will, kommt an Schubladen wie Soul, Hip Hop, Jazz, Pop, elektronischem Gefummel und gar Punk nicht vorbei, aber wie das wilde Gschwerrl zusammengesetzt wurde, bleibt das Geheimnis dieser rätselhaften Platte. Ein schleifender Schleier legt sich über jede Sekunde von "Los Angeles", es wird schwül und lazy. Rauchig. Sexy. Die Beats verschwinden hinter einer diesigen Wolke. Schon wahrnehmbar, aber sie funktionieren auf einer völlig anderen Ebene als bei anderer Clubmusik. Sie drücken, ziehen und bremsen gleichzeitig, sie sind wichtig und im selben Moment völlig irrelevant.
Die Faszination, die von diesem zu gleichen Teilen futuristischen wie hippieartigen '68er Psychosound ausgeht ist nachwievor ungebrochen. So landet "Los Angeles" immer wieder und in regelmäßigen Abständen auf dem Plattenteller. Immer auf der Suche nach einem weiteren Haken, einem weiteren Trip, einer weiteren Idee, eines neuen Sounds...nach einem neuen Blick.
14.01.2009
Platz 14
By Any Means - Live At Crescendo
Bass William Parker. Schlagzeug Rashied Ali. Saxofon Charles Gayle. "We are By Any Means."
Was im Juni 2006 mit einer Aufnahme in New York begann und nicht vollendet wurde, kommt mit "Live At Crescendo" und einem umjubelten Auftritt in Schweden nun doch zu einem vorläufigen Abschluss. Charles Gayle bat nach dem Durchhören der New Yorker Aufnahme darum, sie nicht zu veröffentlichen: er spürte, dass seine Soloparts nicht die gewünschte Struktur aufwiesen. Sein Anspruch war damit nicht erfüllt. Ein gutes Jahr später stiegen die drei Musiker erneut gemeinsam auf die Bühne, diesmal im schwedischen Crescendo-Club. Das Ergebnis ist die möglicherweise undurchdringlichste Platte des Jahres. Und Charles Gayle scheint zufrieden.
Ich werde vielleicht erst in ein paar Jahren wirklich erfassen können, was mich in diesen gut einhundert Minuten Jazz förmlich überrollt. Gerät der Einstieg mit "Zero Blues" und "Hearts Joy" noch etwas hölzern, haben sich Parker, Gayle und Ali spätestens im fantastischen "We Three" gefunden. Das Brodeln beginnt. Schwere Geschütze. Blues. Roots. Schmerz, Euphorie, Leid. Jeder spannt die Fäden zum nächsten, lässt sie unterwegs ins Leere laufen und vom anderen wieder aufnehmen. Diese Verstrickungen machen wahnsinnig: was spielt Rashied Ali da eigentlich GENAU? Lenkt man die eigene Aufmerksamkeit ausschließlich auf ihn, stellt man zwei Dinge fest. Erstens: er kann unmöglich alleine erfasst werden; Parker und er scheinen das Hase und Igel-Spiel zu spielen. Zweitens: sein Drum-Dickicht ist die schleierhafteste Nebelsuppe seit Langem. Er dröhnt, reißt Töne der anderen Musiker auseinander und platziert sich selbst in einer scheinbar willkürlichen Zeit, an einem scheinbar willkürlichen Ort. Ali strickt sich ein ganzes Universum an Hauptquartieren, unterirdischen Kommunikationsleitungen, überirdischen Stromkabeln (Strom!) und Zentren außerkörperlicher Erfahrung.
Darüber improvisieren Parker und Gayle, letztgenannter mit zerfetztem Ton und erstaunlicher Wendigkeit. Er klingt chaotisch, wild, suchend, manchmal gar verzweifelt. Parker hingegen lebt die Offenheit in seinem Spiel. Er errichtet in seinen weitläufigen Soli die Infrastruktur zu Rashied Alis Nervenzentren.
"Live At Crescendo" ist damit zweifellos ein schwerer Brocken. Die Glücksgefühle, die bei der Arbeit mit Hammer und Meißel zu erfahren sind, entschädigen für die Mühe. Es lohnt sich.
12.01.2009
Platz 15
Nik Bärtsch's Ronin - Holon
"Ekstatischer Groove und asketisches Form- und Klangbewusstsein schließen sich nicht aus, sondern können Kombinationen eingehen, die unsere Wahrnehmung überraschen."(Nik Bärtsch)
Die Module entfalten sich nur langsam. In sich ruhend, mit einer minimalen Spannung, einer kaum wahrnehmbaren Vibration, steuern sie einem unbekannten Klimax entgegen. Niemand weiß, wie ihr Ziel aussieht, oder wann sie es erreichen werden. Die Musiker selbst vermutlich am Allerwenigsten, sie sind zu jeder Sekunde in der Jetztzeit. Im steten Fluss türmen sie Impuls auf Impuls, zaghaft zunächst, aber selbst dann ungeheuer zielstrebig. Die Entladung in den Groove gerät immer derart perfekt, als sei die Band mit verborgenen Nervenbahnen miteinander verbunden. Ein in sich verschmolzenes Kollektiv, das mit einer Stimme spricht.
"Holon" ist ein Groovelabyrinth. Eine dunkle Klang- und Bewegungslandschaft, in der Anlage unglaublich diszipliniert, im offenen Raum pulsierend und lebendig. Was für ein Gegensatz! Dennoch: wo das letzte Studioalbum "Stoa" ob seiner Einzigartigkeit und Intensität noch einer kleinen Sensation glich, hat es der Nachfolger ungleich schwerer: der Überraschungseffekt ist passé, "Holon" verlangt nach einer tieferen Auseinandersetzung. Die Weiterentwicklung der Band zu einem etwas lebhafteren Auftreten, das angesichts einiger Passagen Vergleiche mit progressivem Mathrock oder gar King Crimson zulässt, mag sich in den ersten Durchgängen noch nicht offenbaren. Gibt man "Holon" indes die Chance, seine Mystik und seine Kraft auf den direkten Moment zu spiegeln, dann erwacht dieser Postjazz aus seinen selbst erbauten Zweifeln, er wird Teil eines Ganzen und die Ganzheit aus Teilen.
09.01.2009
Platz 16
Sawako - Bitter Sweet
Die beinahe schon obligatorische 12k-Ambient-Platte des Jahres kommt von Sawako, einer in New York lebenden japanischen Soundkünstlerin. "Bitter Sweet" rutschte praktisch auf den letzten Drücker auf diese Seiten, nachdem mir der bekannte, butterweiche 12k-Labelsound zunächst etwas zu arg in den Vordergrund gestellt erschien. Das ist eben die Kehrseite der Medaille: einerseits ist nahezu alles auf Taylor Deuprees Label mindestens gutklassig, ein Überraschungseffekt bleibt andererseits mittlerweile weitgehend aus.
Wie bewertet man also ein Album, von dem man eigentlich schon im Vorfeld weiß, wie es klingen wird? Verträumt, melancholisch, ätherisch, schwebend, wie feines Licht? Wie bestellt! Wie Licht, das die Blätter eines großen Baumes fein umspielt? An einem sanft dahinwabernden Sommertag? Alles da! Bevorzugte Farbe: hellgelb, zart bräunlich, durchzogen von sattem grün? Einwandfrei! Man hätte es ahnen können. Aber Oberflächlichkeit bringt am Ende ja auch niemanden weiter...
Gehen wir also in die Tiefe. Denn auch, wenn alle obigen Beschreibungen völlig zutreffen: "Bitter Sweet" ist viel mehr. Sawakos viertes Album ist, wie sag' ich's, an art of living. Wer sich darauf einlässt, wird mit den großen Geschichten seines eigenen Lebens belohnt, erfährt über die Bedeutung von Glück und Schönheit. Fuckin' dramatic? Absolut, aber denk' da mal drüber nach, während "Looped Labyrinth, Decayed Voice" in der 24-Stunden-Endlosschleife nicht aufhören will, dir aus tiefstem Herzen zu vermitteln, dass alles DEIN ist.
08.01.2009
Platz 17
Claro Intelecto - Metanarrative
Beobachtertechno. Darjeelingtechno. Herbsttechno. Und dabei so wunderbar kurzweilig. In vierzig Minuten sagt Mark Stewart aka Claro Intelecto alles, was es zum Thema Clubmusik und Melancholie im Jahre 2008 zu sagen gibt. "Metanarrative" ist Musik für Eisblumen am Fenster, für gebrochene Äste an nackten Bäumen, für Nebel über weiten Landstrichen, für die ersten Sonnenstrahlen an einem kalten Morgen, während eine dicke Wolldecke mit uns kuschelt. Zieht euch warm an, es ist kalt da draußen. Oder lasst es uns einfach nur anschauen, from a distance.
Suche einen Fokus. Blinzle nicht. Steig aus.
Bevor die wärmenden Synthieflächen, die sich mit tiefem Grollen paaren und bei aller Geradlinigkeit in der Wirkung sehr reich und komplex wirken, zuviel Nähe versprechen, ändert "Gone To The Dogs" für die zweite Albumhälfte die Richtung in etwas unterkühltere Gefilde, ohne jedoch die bittersüße Stimmung zu verlieren. Was anfangs unerklärlich scheint, wird durch Hypnose, Bass und Deepness aufgelöst. Es muss der Sound sein, dieses mit massig Hall verzierte, treibende Soundgestrüpp, das sich so eisklar und rein präsentiert und trotzdem so versöhnlich und umarmend ist. Es fühlt sich gut an.
07.01.2009
Platz 18
Philip Jeck - Sand
Wer erinnert sich noch an die stundenlangen Dauerwerbesendungen, die Anfang der neunziger Jahre im deutschen Privatfernsehen zu allerlei Amüsemang beitrugen? Die ursprünglich amerikanischen Verkaufs- und Anpreisshows, die dann von (vermutlich) Verhaltensgestörten im Elektroschockrausch synchronisiert wurden, sodass künftig auch die deutsche Hausfrau ein praktisches Häkelset, irrsinnige Gemüseschnitzelmaschinen und Wischmopps kaufen konnte?! Ein damaliger Verkaufsrenner war ein Putzmittel namens Quick'n'Brite. Zur Demonstration der Fähigkeiten dieser Weißmach-Pampe stellte der Marktschreier ein mit Wasser gefülltes Glasbecken auf einen Tisch und schüttete allerhand Mist hinein: Tinte, Rotwein, Jod, Schweineblut (gelogen), Hirnflüssigkeit (auch gelo...naja, wer weiß...), Schlamm, Kirschsaft und was sonst noch eher unvorteilhafte Flecken auf Textilien hinterließ. Alsdann nahm der Zampano in Hosenträgern eine Handvoll des Reinemachers und verteilte es in der mitunter sehr unappetitlich aussehenden, schwarz-rot-braunen Brühe und - Zack! - innerhalb von handgestoppten dreikommaviernull Sekunden erstrahlte der Schlammblutrotz-Tümpel in dem weißesten Weiß, das jemals von einer Hausfrau gesehen wurde. Ja, einige berichteten gar von Augenschäden ob des hellen Glanzes! Es war ein schieres Wunder, und der Amerikaner verkaufte es für sensationelle 39,95 deutsche Mark!
Die Musik des britischen Avantgardisten Philip Jeck ist der angemessene Soundtrack zu dieser Szene, und das meine ich gar nicht despektierlich. Seine Musik hat gewaltiges, klärendes Potential. Aufgenommen lediglich mit zwei alten Plattenspielern aus den sechziger Jahren, auf denen er seine obskuren Singles auf 33, 45, 75 und 16rpm abspielen kann, einem Keyboard, einem Mixer und, wenn er gerade Lust drauf hat, einem Gitarreneffektgerät, lässt er seine Kompositionen Stück für Stück, beinahe beiläufig, wachsen, mal grollend, mal schleichend und verhüllend. Kleine Tupfer von Melodien flitschen am Ohr vorbei wie ein Fisch unter der Eisdecke eines zugefrorenen Sees. Nicht selten folgt ein Ausbruch, ein Aufbäumen. Der Vorhang fällt im Augenblick des ungeahnten Moments: eine große, dramatische Melodie kehrt alles um. Wie zum Geier sind wir nun an diesen Ort gekommen?
Auf bereits bestehender Kunst entsteht Neues, ein stimmungsvolles Spiel mit knisternden Loops und flackernden Melodien, die nicht selten wie die musikalische Untermalung eines schwarzweißen Stummfilms klingen: vertraut knisternd, staubig und grobkörnig, dafür aber wunderbar tragisch. Auf einen Schlag ist das klar und pur, was eben noch surreal und verloren herumirrte. Dabei präsentiert sich Philip Jecks Musik durchgängig in stiller und bewusster Erhabenheit.
03.01.2009
Platz 19
Charles Lloyd Quartet - Rabe De Nube
Wenn das deutsche Feuilleton ein ECM-Album in den höchsten Tönen lobt und preist, dann habe ich üblicherweise keine besondere Lust mehr, ein Öhrchen zu riskieren. Die letzten Monate des Jahres zeigten jedoch, dass meine ECM-Ablehnung strenggenommen differenziert werden könnte, wo nicht müsste: "Rabo De Nube" des Charles Lloyd Quartetts ist ein über weite Strecken hochklassiges, zeitgenössisches Jazzalbum. Keine Spur von dem austauschbaren und gefälligen Piano-/Kammerjazz, der ansonsten aus der Münchner Labelecke dringt; stattdessen ist es dem erneut neu zusammengewürfelten Quartett um den mittlerweile siebzigährigen Saxofonisten Lloyd gelungen, eine mitreißende, aufgeladene Performance ein zu fangen.
Es ist dabei faszinierend zu beobachten, wie das Kollektiv die Fähigkeit besitzt, seinen musikalischen Weg zu formen, ihn dabei immer wieder neu zu erfinden, ihn vielleicht sogar hier und da zu verlieren und am Ende mit einem Anschlag des Pianos, des Bass' oder des Schlagzeugs wieder knietief in der Tradition, sozusagen an der Wurzel, ankommt. Maßgeblichen Anteil daran hat aus meiner Sicht der junge Pianist Jason Moran, der spätestens beim fantastischen "Bookers Garden" im Set angekommen ist und sich die Seele aus dem Leib swingt. Experten sehen in seinem Spiel eine Art spirituelle Verbindung zu Monk einerseits, was seine perkussiven Anschläge betrifft, sowie zu einem seiner Lehrer Andrew Hill andererseits. Von ihm habe Morgan erfahren, was es heißt, seinen Instinkten zu vertrauen, sich dabei aber immer wieder auf neue Umgebungen ein zu lassen. Welche Spielfreude! Welche Euphorie!
Aber auch die weiteren Mitstreiter Lloyds, die Rythmusfraktion bestehend aus Eric Harland am Schlagzeug und Reuben Rogers am Bass, tragen dazu bei, dass dieser Abend im April 2007 zu etwas Besonderem wurde, wie der Meister selbst erklärt. Nicht nur das Baseler Publikum, sondern auch seine Begleiter seien dazu bereit gewesen, die Reise ins Unbekannte mit ihm an zu treten. Der Spaß, den alle Beteiligten an dieser Mission hatten, ist deutlich zu hören.
30.12.2008
Platz 20
Replife - The Unclosed Mind
"The Unclosed Mind" zeichnete sich im Jahr 2008 dafür verantwortlich, dass ich damit begann, an meiner Angst vor HipHop zu arbeiten. Das alleine reicht im Grunde aus, in dieser Liste als eine der erinnerungswürdigsten Platten des Jahres auf zu tauchen.
Replife steht für intelligenten, erwachsenen HipHop. Das kann ich sogar dann sagen, wenn das Genre als Ganzes trotz des zwanzigjährigen, exzessiven Schubladenbrowsens noch ein weißer Fleck auf meiner Landkarte ist. Keine Spur beispielsweise von der unerträglichen Macho-Attitüde, die so vielen Alben und Musiker-/Marketingköpfen innewohnt. Düstere Klischeeatmosphäre, wie sie besonders dem neuen HipHop gerne verliehen wird, um ihn als innovativ zu feiern, wird man ebensowenig finden. Replife bedient sich einerseits - auch in Sachen Coverästehtik - beim Jazz und bei den Anfängen des HipHop und andererseits auch ein Stückweit bei den avantgardistischen Soundcollagen von Jay-Dee oder Daedelus, vermischt seine geraden, manchmal leicht hypnotischen Beats mit spirituellen Lyrics und einer großen Portion Deepness und hat es zu keiner Sekunde des Albums nötig, die Muskeln spielen zu lassen.
Selbst wenn "The Unclosed Mind" keine hypernervöse Gezuppel-Schaltzentrale ist, sondern es im Gegenteil mehrheitlich smooth und zielstrebig vor sich hin souljazzrappt, hat es dennoch genug Ecken und Kanten, um nicht in dem großen Topf mit jener Musik zu landen, die selbst Familie Fliewatüt wie ayurvedisches Heilöl durch die Ohren flutscht. Tracks wie das etwas hektische "Emerald City" oder der quasi-Opener "Spirit (Dilla Shines Through)", das seinen Titel sicher nicht aus Jux erhalten hat, sind spannende Beispiele für musikalischen und vor allem wohltuend klischeefreien HipHop.
23.12.2008
Zweitausendacht in Musik
Es wird Zeit, das vergangene Musikjahr Revue passieren zu lassen und wie schon Zweitausendsieben werde ich es mir auch dieses Mal nicht nehmen lassen, die Kings der Kings gebührend zu feiern. Ja, zu feiern. Ausdrücklich.
Ich las kürzlich ein Interview mit dem Publizisten Roger Willemsen, der auf die Frage, warum er seine Arbeit nicht mehr als journalistisch empfände, und weshalb er seit einiger Zeit darüber hinaus sämtliche Zeitungsartikel absage antwortete, "weil Leidenschaftslosigkeit heute als Inbegriff der Professionalität gewertet wird." In so fern bin ich schrecklich unprofessionell.
Es war wohl der Alltag, der mich im beinahe abgelaufenen Jahr daran hinderte, mehr Leidenschaft als ebenjene zu entwickeln, die mir so oder so innewohnt, und ich frage mich immer wieder: ist das ausreichend? Muss da nicht mehr gehen? So wie, man traut sich ja fast nicht es aus zu sprechen, f...früher?
Wenn ich mir die zwanzig Alben so anschaue, die hier in den nächsten Wochen vorgestellt werden, sehe ich indes keinen Grund, die Stirn in Falten zu legen. Ganz im Gegenteil: Zweitausendacht war das beste Jahr seit Zweitausendsieben und es wäre ein Leichtes, hier gar dreißig oder mehr Werke auf zu listen. Sie alle hätten es verdient gehabt, erwähnt zu werden. Bei meiner gegenwärtigen Schreibfrequenz stehen wir damit dann
aber noch im Mai Zweitausendzehn gerade mal bei Rang Sieben.
Kurz gesagt: solange es noch der Fall ist, dass die fortwährende Suche nach neuer Musik so spannend und erhellend bleibt, ist alles mehr als nur gut.
Ich wünsche jetzt schon viel Spaß beim Lesen und Entdecken und außerdem selbstverständlich: schöne Weihnachten und erholsame Tage!
23.11.2008
Zeitenwende
Dass das fünfte Album Donald Byrds als Bandleader bis heute als eine seiner besten Arbeiten gilt, verdankt "Free Form" drei fundamentalen Aspekten. Erstens: hier arbeitete das ehemalige Mitglied von Art Blakeys The Jazz Messengers mit dem damals noch jungen Herbie Hancock zusammen, und war damit einer der ersten etablierten Musiker, der den Pianisten in sein Line-Up integrierte. Zweitens: aus dem "Free Form"-Zusammentreffen des in früheren Jahren ebenfalls den Jazz Messengers zugehörigen Saxofonisten Wayne Shorter mit ebenjenem Hancock, entwickelte sich später nicht nur eine dicke Freundschaft zwischen den beiden Musikern, sondern Mitte/Ende der sechziger Jahre die gemeinsame Mitgliedschaft in der allenthalben als beste Inkarnation der Miles Davis Band bezeichneten Truppe um den Startrompeter. Und drittens: der Titeltrack.
Dabei ist "Free Form" aus meiner Sicht musikalisch und als Album gesehen im Grunde lediglich Blue Note Standardprogramm. Byrd begann sich ganz leicht in Richtung des zu jener Zeit langsam in Schwung kommenden modalen Jazz zu entwickeln, war aber über weite Strecken noch tief im Hard Bop verwurzelt. Nach dem gospel-beeinflussten Opener "Pentecostal Feelin'", das insbesondere durch das swingende Drumming von Billy Higgins seinen Charme erhält, und wie eine Coverversion eines Lee Morgan-Hits erscheint, der guten Hancock-Ballade "Night Flower" und dem nicht besonders beeindruckenden "Nai Nai", setzt "Free Form" mit "French Spice" ein erstes ernsthaftes Ausrufezeichen. Das Stück, von Byrd ursprünglich für eine Gruppe Revuetänzerinnen aus Chigaco geschrieben, nimmt nach dem einleitenden Thema speziell durch Shorters lyrisches Solospiel an Fahrt auf und bleibt über die gesamte Länge von acht Minuten fesselnd und sehr variantenreich. "French Spice" ist somit der Anheizer für den Höhepunkt der Platte: "Free Form" ist untrügliches Zeichen für Byrds Experimentierwillen, für seinen ständig fließenenden "Train Of Thoughts"-Gedanken. Hancock wird folgendermaßen zitiert:"His (Byrds) mind is too quick and his curiosity too active for him to get caught in any single groove.". Schon der Einstieg mit einem Basslauf von Butch Warren, den eine Alternativeband wie Tool 35 Jahre später auf einem ihrer Alben hätte verwenden können, lässt die Synapsen seilspringen. "Free Form" ist indes kein Free Jazz; es klingt verschoben, aus den Angeln gehoben, windschief. Die Erklärung dafür liefert der Trompeter selbst:"The tune has no relation to the tempo. I mean that nobody played in the tempo Billy maintains, and we didn't even use it to bring in the melody. Billys (Higgins) work is just there as a percussive factor, but it's not present as a mark of the time. There is no time in the usual sense, so far as the soloists are concerned." Was eine echte Herausforderung für die Musiker darstellt, schenkt dem Hörer zehn Minuten an großartiger, intensiver und freier Jazzimprovisation.
"Free Form" von Donald Byrd ist im Jahre 1961 auf Blue Note Records erschienen.
15.11.2008
Die Mitte Bin Ich

Wenn sich das Wohnzimmerlicht von alleine dimmt, die gehäkelte Tischdecke von Mutti die Duftkerze anschwitzt, und der Hund im Steppdeckenbademantel gigolohaft am Cuba Libre nagt, dann spricht der Musiklaberer von gestern morgen vom Begriff des "Autorentechno". Nicht ganz so lieb gemeint darf man es auch "Wohnzimmertralalala" nennen, oder Couchfunk (sprich: Kautschfank). Auf einem fernen Planeten Erde läuft dann Trentemöllers Schnarchsack "The Last Resort" auf Junge Union-Arschmassagenparties im Hintergrund, und "Nina, 22" überlegt angestrengt, wie man mit "22"(Spiegel) schon derart infernalisch "vernagelt" (G.Polt) sein kann.
James Holdens Soundtrack zur Party der Vollochsen setzt sich in die Beobachterposition clever in die hinterste Reihe, denn da hat er praktisch Narrenfreiheit und muss seine Hände auch nicht auf die Bettdecke legen. Da kann er mit Melodien spielen, mit Noise, mit Ambient, mit einem gefühlten Spritzer Kautschfunk, und er bleibt gleichzeitig Freak.
Wenn hier weder der Club, noch die heimische Toilette gefragt wird, sich der Flaschenhals gleich mehrfach windet, und ich nicht mehr wirklich auseinanderhalten kann, ob ich den hier frisierten Technopops insgesamt eher so geil oder vielleicht doch eher so CDU finde, dann rotiert's im Gebälk. Ehrlich, das hat schon alles die Ästhetik von nutellaverschmierten Effektreglern, von Earl Grey-Zahnbelag und Pipi im Bademantel. Allein letzteres wäre Grund genug, die Platte in Frischkäse zu tauchen und herzhaft zu zu beißen; der hüpfende Strich ist indes: Holden will mit dem Kram niemandem gefallen, dem Nutella im Bademantel gefällt. Der macht das nicht, um den Adam Green-Spacken den Ohrensessel zu lackieren. Und das Schöne ist: man hört's auch noch! Ich kann es zugegebenermaßen nicht zu oft hören, weil die Idiotenrallye genauso herausfordernd/anstrengend wie einlullend/nussplibratzig ist, und das ewige Hin- und Hergereiße macht mich total wuschig.
Insgesamt Musik zum Headbangen und Biertrinken!
"The Idiots Are Winning" ist im Jahre 2006 auf Border Community Records erschienen.
...und hat außerdem ein total schönes Coverartwork von Gregory Dourde.
09.11.2008
Haunted By Time, My Enemy
Seltsam, dass mich meine seit locker 8 Jahren eigentlich ad acta gelegte Progressive Rock-Phase jeden Herbst auf's Neue einholt, und ich mich durch diese Mittneunziger-Neo-Prog-Soße aus dem Hause Inside Out hören muss. Dieses Jahr hat es mich mich mit den US-Amerikanern von Enchant gepackt; ihr viertes Album "Break" ließ mich schon bei dessen Erstveröffentlichung 1998 durchaus geplättet zurück. In den folgenden Jahren verlor ich die Band aber völlig aus den Augen, und ich konnte mich nur noch an diesen überirdischen Song "My Enemy" erinnern, der vor zehn Jahren fester Bestandteil eines jeden Mixtapes für das Auto war.
Durch einen Zufall hörte ich vor wenigen Wochen wieder einige Songs aus der Platte und ich war umgehend wieder angefixt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Tatsächlich: nach neuerlicher intensiver Beschäftigung mit "Break" bleibt mir nichts anderes übrig, als das große "Weltklasse!"-Schild heraus zu holen. Zumindest, wenn wir über die erste Albumhälfte sprechen, auch wenn die zweite Hälfte nur Nuancen schwächer ist. Ich weiß allerdings auch heute noch nicht genau, was es ist, was ausgerechnet diese Platte so besonders macht. Ist es die gemütliche Wärme, die wohlige Melancholie, der Spalt zwischen sehr harmonischen Momenten einerseits und härteren, manchmal gar alternative-rockigen Gitarrenriffs andererseits, die stimmungsvolle und ruhige Produktion, der strahlende und überaus angenehme Gesang von Ted Leonard, der erfreulicherweise ohne das sonst typische Prog-Quieken auskommt, oder sind es die großartigen, melodisch vielschichtigen Kompositionen, die mit großer Leichtigkeit auf den Boden gebracht wurden?
Alles und nichts von alledem. Enchant kommen schlicht ohne schmockige Mucker-Eiterpickel aus und konzentrieren sich stattdessen auf weitgehend kitsch- und klischeefreie, dafür überraschend tiefsinnige Rockmusik, die weder eine aufgeblasene Muskelschau, noch einen übertriebenen Anspruch benötigt. Eine ganz, ganz feine Platte mit überragenden Songs.
Erschienen auf Inside Out Records, 1998.
18.10.2008
Holidays In Eden
Damit es euch nicht ganz so fad wird, guckt ihr euch bitte in den kommenden Tagen dieses wunderbare Video an und feiert den dazugehörigen Song ebenso enthusiastisch ab wie meine Wenigkeit. Danke im Voraus und bis bald!
10.10.2008
Fresh Cut Flowers
Eine wilde, fast vierzigminütige Improvisation eröffnet "In Order To Survive", das mittlerweile schon legendäre Album des New Yorker Bassisten William Parker. "Testimony Of No Future" ist Parkers musikalisches Heilmittel für all jene, deren Hoffnung und Glaube an sich selbst vom Elternhaus, der Kirche, der Schule und den Massenmedien geraubt wurde. Eine Erfahrung, die auch ihm in den Knochen steckt: als 1964 ein Berufsberater zu Parkers Schulklasse spricht und den Jungen ihre Perspektivlosigkeit geradewegs ins Gesicht schlägt. Von ihm lernt Parker, dass er sich schon mal auf ein Leben als Hausmeister oder Bürobote einstellen darf. At twelve I was told that I had no future. Aber durch dieses Erlebnis lernt William Parker auch, dass es einen Weg gibt, die Hoffnungslosigkeit zu einem brennendem Feuer voller Mut wieder zu beleben: durch Kunst, Liebe und Leben.
Heute ist Parker einer der umtriebigsten Musiker der New Yorker Jazzszene. Er spielte zusammen mit Stars wie Cecil Taylor, Don Cherry, Charles Gaye, Rashied Ali, Sunny Murray oder Bill Dixon und gilt als einer der lautesten Jazzbassisten der Welt. Seine Fähigkeit als unerbittlicher Antreiber, eine Band immer wieder ein Stück mehr nach vorne zu pushen, führt im Verlauf einer Session immer zu einem ähnlichen Ergebnis: Parker ist der Fixpunkt seiner Ensembles, er ist der niemals ruhende Wirbelsturm, der - paradox genug - das Set stützt und dirigiert. Sein Zusammenspiel auf "In Order To Survive" mit Drummer Denis Charles und ganz besonders mit dem Pianisten Cooper-Moore ist ebenso liebevoll und detailreich wie ungestüm und leidenschaftlich. Wie dieses Trio immer wieder die Themen weiterentwickelt und auf ein nächstes Level springen lässt, wie sie miteinander kommunizieren und diese pulsierende Session zu einem Universalübersetzer für ihren Glauben und ihren Geist formen, ist schlicht sensationell. Hier ist soviel verborgen und doch glasklar sichtbar.
Parkers weitere Mitstreiter auf dieser Aufnahme ist der Saxofonist Rob Brown, ein ungestümer Bursche des Free Jazz, über den die New Yorker Szenezeitschrift Village Voice einmal schrieb "...he not only deciphers puzzles, he creates them.". Er ist gemeinsam mit dem Trompeter Lewis Barnes der vordergründig auffälligste Spieler der Brasssection. Aber es gibt da noch einen weiteren Mann, den man auf das erste Ohr möglicherweise gar nicht richtig wahrnimmt; einen, der bereits in diesem Blog Erwähnung fand: Grachan Moncur III. Er unterstreicht auf dieser Aufnahme sowohl seine Ausnahmestellung innerhalb der Jazzszene, als auch seine völlig kompromisslose Eigenständigkeit. Während der Improvisationen taucht er hier und da mit kurzen Einsätzen auf, folgt den Melodiebögen, wiederholt und variiert sie und steht plötzlich mit einem Solo im Raum, das einem die Kinnlade auf den Asphalt krachen lässt (für Interessierte: "Testimony Of No Future", ca. ab Minute 23). What a beautiful freak.
"In Order To Survive" entfaltet vor allem unter dem Kopfhörer seine volle Magie; wenn man diesem Sextett in aller Ruhe folgen kann. Dennoch passiert innerhalb der über siebzigminütigen Aufnahme vor allem auf sämtlichen verfügbaren Metaebenen soviel, dass man die Informationsflut kaum verarbeiten kann. Davon ab: von Ruhe kann im Zusammenhang mit dieser aufgewühlten und aufwühlenden Musik sowieso keine Rede sein; erstrecht nicht, wenn einen diese im Booklet abgedruckten Worte überfallen:
In Order to Survive
When was it said that roses tire
From being beautiful
And sink into the desert sun
In order to survive they call for
A revolution of resonance
A promise of a new day
conjuring building
A dance step is created
In order to survive I rub two raindrops
I rub two raindrops together
to make fire
As I sit near the laughing pond
listening to the testimony of a tear
"Was wir machen, ist heilige heilende Musik, und die Menschen, die sie brauchen, finden sie auch."(William Parker)
Lasst euch finden.
"In Order To Survive" von William Parker ist im Jahre 1995 auf Black Saint erschienen.
Für weitere Informationen zu William Parker und dessen Umfeld ist dieser Forumsbeitrag von Freund eigenheim sicher nicht uninteressant.
03.10.2008
Der Jungbrunnen
Es gibt Platten, deren Spielfreude und Drive schon nach den ersten Sekunden derart mitreißen, dass das Funkeln in den Augen über die gesamte Spieldauer nicht erlischt. Kenny Dorhams "Afro-Cuban" aus dem Jahr 1955 ist eine solche Platte. Schon nach den ersten Takten des Openers "Afrodisia" ist klar: hier bleibt niemand ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Mir ist bisher kein weiteres Jazzalbum untergekommen, dessen Groove und Swing so erbarmungslos jeden Muskel des Körpers förmlich attackiert.
In erster Linie liegt das an dem Percussionisten Carlos "Patato" Valdes, der seine Congas mit einer glühenden Wucht und Intensität bearbeitet, die alle anderen Musiker dieser Session mit in Brand setzt: Hank Mobley am Tenorsaxofon, der mit seinem bluesig-souligen Spiel ebenso begeistert wie Cecila Payne am Bariton, J.J.Johnson an der Posaune oder Art Blakey am schlagzeug. Dorhams hochmelodisches, dezent im Conga-Beat mitfließendes Spiel setzt zusammen mit der ausgezeichneten Brass-Section nicht nur harmonische Farbtupfer, sondern nimmt ebenso eine musikalische Entwicklung vorweg, die sich erst in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren mit dem Salsa-Movement und dem Durchbruch lateinamerikanischer Musik in New York oder Miami manifestierte. Das muntere Spiel von Horace Silver am Piano und eine sich in schwindelnde Höhen groovende Rhythm-Section (mit Oscar Pettiford am Bass) machen diese Aufnahme zu einem der ersten Alben, die den positiven, lebhaften und unbeschwerten "Afro-Cuban"-Vibe mit Mainstream-Jazz aus dieser Epoche verbindet und auch 53 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch taufrisch und völlig zeitlos klingt.
Selbst die Titel "K.D.'s Motion", "La Villa" und "Venita's Dance", die mit abgespecktem und leicht verändertem Line-Up (ohne Valdes und Pettiford; ihn ersetzt Percy Heath am Bass) eingespielt wurden swingen nicht zuletzt durch die Arbeit Art Blakeys immer noch wunderbar und erfrischend, sodass "Afro-Cuban" ohne Längen bleibt, dafür aber durchgängig die Glückshormone sprießen lässt.
"Afro-Cuban" von Kenny Dorham ist im Jahre 1955 auf BlueNote Records erschienen.
27.09.2008
What Are You Made For?
Zugegeben, "Sufferboy" hatte es nicht leicht. Was als Rockprojekt der Berliner Fullbliss-Belegschaft um David Judson Clemmons begann und sogar mit einigen Gigs in Berlin bedacht wurde, entwickelte sich mit der Zeit zu einem Comeback, an das so mancher nicht mehr glauben wollte: JUD wollten es also tatsächlich nochmal wissen und kündigten Ende des letzten Jahres eine neue Platte an. Aufgenommen in der Besetzung, die bereits an den Arbeiten am Fullbliss-Oevre beteiligt war. Das überraschte wenig, da Clemmons' Headquarter in Berlin einerseits eine Spur zu weit entfernt war, um mit den ehemaligen Mitgliedern Steve Cordrey (Bass) und Hoss Wright (Drums) nochmal gemeinsame Sache zu machen, und andererseits bewiesen Jan Hampicke und James Schmidt (der sowieso schon das fantastische 98er Jud-Album "Chasing Califonia" eintrommelte) in mehreren Livegigs, dass sie die legendäre Intensität und die unbändige Kraft des Trios bestens fortführen können.
Zugegeben, "Sufferboy" hatte es nicht leicht. Weil die Alben "The Perfect Life" (2001) und das bereits erwähnte "Chasing California" über die Jahre hinweg zu mehr als nur zwei guten Freunden wurden und es mittlerweile geradezu undenkbar ist, ohne diese beiden Meisterwerke des verschrammelten Indierocks zu existieren, war neben all der Freude über die Wiederkehr auch Skepsis ein ständiger Begleiter. Hält "Sufferboy" wirklich das Niveau der Vorgänger? Die Frage war ja auch: mag ich das eigentlich wirklich noch hören? Und vor dieser Antwort hatte ich ehrlich gesagt weitaus mehr Angst. Als die Band das neue Stück "Drained" als Vorgschmack auf ihrer Homepage präsentierte, wurde ich indes wieder etwas ruhiger. Alles in Butter.
Zugegeben, "Sufferboy" macht es einem nicht leicht. Was Clemmons in einem Interview als "Fucking Mental Torture" beschreibt, sind wahrlich die wütendsten und härtesten Songs, die es wohl jemals von Jud zu hören gab. Alleine das Eröffnungsduo "Bright White Light" und "Drained" prasselt wie eine LKW-Ladung Bleikugeln auf einen nieder und auch "Asylum" (mit tonnenschwerem Doomriff) oder "Satisfy" sind Kaliber, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte. Auch Clemmons' Stimme passt sich dieser Ausrichtung an; er klingt in manchen Momenten derart zerstörerisch und aggressiv, dass ich mich durchaus frage, aus welchem Körperteil GENAU er sich diese Töne herauskratzt. Auf der anderen Seite stehen mit "Universal" oder "The Maggots" Songs auf dem Programm, die - entsprechend arrangiert - auch auf einem Fullbliss-Album stehen könnten. Apropos: das auf dem letzten Album "Yes Sir" befindliche "The Cowboy Song" gibt es auf "Sufferboy" in der breitbeinig rumstehen & lässig aussehen-Version und ist für mich das klare Highlight dieser Platte.
Zugegeben, "Sufferboy" macht es einem nicht leicht. Auf den ersten Blick (wohl auch aufgrund der Härte) ungewohnt sperrig und zerfahren, entwickelt sich das Album erst nach einigen Durchläufen zu einem wahren Koloss. Und wenn man erstmal durch die in typischer Clemmons-Manier angeschrägten und vor allem zeitgemäßen Riffmonster gegraben hat, die sich die drei Herren hier aus dem Ärmel schütteln, dann merkt man zum wiederholten Male, wie kriminell eigenständig diese Band eigentlich ist. Und hat damit wohl auch die Antwort auf die Frage gefunden, warum die Buben nicht schon längst drei, vier Stufen auf der Karriereleiter genommen haben. Ich für meinen Teil hätte gar nichts dagegen, wenn demnächst größere Hallen gebucht werden müssten...und "Sufferboy" könnte es ihnen eigentlich ganz leicht machen.
"Sufferboy" von JUD ist im August 2008 auf Noisolution erschienen.
21.09.2008
[zensiert]
Wenn du völlig übernächtigt, mit einer überdimensonalen Unlust gesegnet, geradewegs elf Stunden auf einer staubig-verdreckten Fläche Welt stehst; wenn dieser September so kalt und ungemütlich ist, dass die November-Depression schon zwei Monate zu früh unter die Bettdecke kriecht; wenn deine Knochen und deine Muskeln, ach was: jede verdammte Faser, jede Zelle deines Körpers dir von innen in dein Gesicht brüllt, dass alles, was du jetzt noch willst ein Bad in heißem, mit "wertvoller Mandelmilch veredeltem" Wasser ist, damit du nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder eine Hauch von dem spürst, was dir jedes Medienarschloch als "Entspannung" vor die Füße rotzt; wenn du dich in einer solchen Stunde nicht von einem sozial und physisch verwahrlosten Singer/Songwriter-Trauermops vollspeien lassen willst und darüber hinaus sowieso der Meinung bist, dass die furchtbar revolutionäre künstlerische Innovation in Form von Ergänzung klassischer Komponenten in moderne Rock-/Pop-/Tanz-Musik der allerallerallergrößte Irrwegscheiß ist, der deinem Sinn für Ästhetik seit Äonen zugemutet wurde, dann ist "Genesis" von Hiroshi Watanabe eine Platte, die dir in bestimmten Lebensmomenten so gut tut wie "fingerdick Nutella auf frischem Kastenweißbrot" (J.Schliemann).
Watanabes ausufernder, warmer und pompöser Ambient Techno-Sound ist durch und durch so harmonisch, dass er dir für Stunden die Seele massieren könnte, ohne dabei zu glatt, zu kitschig oder selbstverliebt zu sein: "Genesis" pusht und treibt, es hält dich auf eine wunderbar angenehme Art und Weise am Atmen, auch wenn um dich herum der dicke Staub des Wahnsinns schwebt und dir die Kehle und das Herz zudrückt. "Genesis" ist das Antidot.
"Genesis" von Hiroshi Watanabe ist im Jahr 2007 auf Klikrecords erschienen.
P.S.: ich hoffe auf eine wenig überraschende, dafür aber durchaus angemessene und entsprechend aussagekräftige Google-Zugriffstatistik in den kommenden Tagen.
Update 30.12.2008: Titel gelöscht. Mir gehen die Schmierfinken mittlerweile etwas auf den Zeiger. Aber keep goin'!
15.09.2008
Abends, am See....
Es gibt soviel unentdeckte Musik. Soviel spannende, höchst inspirierte, stimulierende und doch unentdeckte Musik. Auch "Drift" des Kölner Improvisationsduos sonargemeinschaft wäre mir wohl verborgen geblieben, hätte es das Schicksal nicht so gut mit mir gemeint. Gemeinsam mit dem britischen Gitarristen und Multiinstrumentalisten Fred Frith als Gast präsentieren sich Dirk Raulf am Saxofon und Frank Schulte (Electronics) auf einem Niveau, das mir tatsächlich nicht alle Tage vor die Ohren kommt.
Frei improvisierte Musik gleicht immer einem Drahtseilakt und für gewöhnlich entscheiden die ersten Augenblicke über Erfolg und Misserfolg eines gemeinsamen Weges. Damit ist nicht gemeint, dass sich ein Stück nicht entwickeln dürfe; das wäre aber erst der zweite Schritt. Der erste Schritt ist ein Hauch einer Ahnung, ein minmaler Impuls oder eine grotesk-winzige Information, die darüber entscheiden, ob das, was gerade die Synapsen umweht, Substanz und Leidenschaft hat. Das Bauchgefühl täuscht sich selten, sofern man gelernt hat, es erstens überhaupt wahr zu nehmen, und zweitens es auch zu begreifen.
Wenn drei Musiker (und hier ganz besonders Raulf und Schulte) in der Lage sind derart intensiv und geschlossen mit einer Stimme sprechen zu können, dass dieses knapp siebzigminütige, aus zwei Titeln bestehende und im Kölner Loft live aufgenommene Werk sich zu einer funkelnden, blitzenden und nachgerade - Achtung, das verbotene Wort: perfekten Momentaufnahme entwickelt, zeigt sich, dass es durchaus von Vorteil sein kann, wenn sich die Musiker nicht erst vier Minuten vor Konzertbeginn am Biertresen über die Füße gefallen sind: Dirk Raulf und Frank Schulte arbeiten seit 1995 unter dem gemeinsamen sonargemeinschaft-Banner, kennen ihre Wege, Ihre Gedanken, Ihre Stärken und Schwächen. All das wird auf "Drift" gebündelt auf die Bühne gebracht. Raulfs Saxofon, das mal barsch und geradewegs animalisch anmutet, nur um im nächsten Moment so pur und rein wie ein norwegischer Fjord zu klingen (hat hier eben gerade jemand Jan Garbarek geflüstert?), und Schultes elektronische Eskapaden, die es sogar hier und da fertig bringen, wie ein Ausschnitt einer Raster-Noton-Party zu klingen, nackt und skelettiert einen feinen, minimalen Groove entwickeln und sich darüber hinaus nicht nur in den Sound einbetten, sondern ihm ein eigenes Gesicht schenken, sind die Grundpfeiler einer Musik, die im zweiten Stück "All Aboard" mit der Gitarre von Fred Frith eine weitere Komponente, einen weiteren Bauteil erhält. Auch Frith scheint ein gutes Gespür dafür zu haben, was dieser 13.Dezember wirklich benötigte, und es ist sehr wohltuend zu hören, dass er, wie seine beiden Mitmusiker auch, es unterlässt diese Bühne zu seiner alleinigen Bühne zu machen.
Und wenn selbst das angesichts der kalten Jahreszeit im Hintergrund dezent vor sich hin hustende Publikum mit dazu beiträgt, dass "Drift" ein beeindruckendes Zeugnis eines Abends ist, an dem sich drei Musiker zu einem Klang verbunden hatten, ist wirklich alles gesagt.
"Drift" von sonargemeinschaft & Fred Frith ist am 30.5.2008 auf Poise erschienen.




